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Ich mache heute mit Ihnen gemeinsam einen Ausflug. Es soll ein Familientag werden! Vater, Mutter, die Kinder, vielleicht die Großeltern oder aber Freunde, alle könne mit, denn wir fahren mit dem Zug. Abfahrt ist um 8:49 Uhr vom Bahnhof in Minden, pünktlich verlassen wir den Mindener Bahnhof. Nach ca. 65 Minuten erreichen wir unser Ziel, es ist Wolfsburg, die Autostadt und wir wollen hier auch die Autostadt besuchen, sie ist wirklich eine Reise wert.
Langsam fährt der Zug in den Bahnhof ein. Dabei fällt der Blick als erstes auf das VW Werk und hier besonders auf die 4 Schornstein des alten Kraftwerkes. Für "alte Wolfsburger" ist es ein Wahrzeichen, da man diese Schornsteine früher von jedem Punkt der Stadt aus sehen konnte. Mexikanische VW-Mitarbeiter gaben Ihnen den Namen: Finger des Teufels
Kommt man aus dem Bahnhof, geht es sofort nach links am Informationsstand der Autostadt vorbei. Zurzeit wird dort gebaut, gehen Sie einfach weiter durch den Bautunnel und Sie kommen automatisch zum Aufgang, der neu errichteten Brücke, die Sie über den Mittellandkanal direkt bis vor die Türen der Autostadt führt und hier treffen wir uns dann. Auch für Fußkranke ist diese Brücke kein allzu großes Problem, es gibt Fahrstühle und Laufbänder
Wir gehen jetzt durch eine der 6 hohen drehbaren, wirklich imposanten Glastüren, die vom Süden her die Pforten zur Autostadt bilden und befinden uns dann in der Empfangshalle des KonzernFormus. Hier stehen wir auf der Piazza und schauen uns erst einmal etwas um. Als erstes fällt der Blick auf eine Globusskulptur von 13 Metern Durchmesser, die unter der Decke dieser hohen Halle befestigt ist. Geht man etwas weiter, steht man auf einem Glasfußboden, unter dem sich für den Besucher sichtbar viele kleine Weltkugeln befinden. Im unteren Bereich des KonzernForums befindet sich ein Teil der Kinderwelt, die wir später mit unseren kleinen Reiseteilnehmern noch genauer erkunden werden. Fährt man mit der Rolltreppe bis ganz nach oben, erfahren Sie, wie eigentlich überall hier im KonzernForum, viele kleine Datails über das Auto. Sie haben die Möglichkeit sich hier oben an einem Computer ihr eigenes Auto zu erstellen und auf einem Bild mit nach Hause zu nehmen. Sie können einen Kinobesuch machen, Thema des Films: verantwortungsbewußtes Handeln. Die Handlung ist recht lustig und für die ganze Familie geeignet.
In der Ebene darunter ist das Grundthema Sicherheit beim Auto. Hier finden Sie ein 360 Grad Kino, Sie können eine Crashtest machen und durch einen Nebelgang gehen. Sie können aber auch Ihre eigene SunFuelPlanze ziehen. SanFuel macht die Energie der Sonne nutzbar, Sie ist ein Sonnenkraftwerk in Miniaturformat. Mehr darüber und wie man das macht erfahren Sie vom dortigen immer ansprechbaren Personal. Jetzt gehen wir noch zu meinem Lieblingsort hier in der Autostadt: dem Multiscreen-Kino "Augenblicke". Was ist das? Es ist kein Kino im eigentlichen Sinne. Sie kommen in einen großen abgedunkelten Raum mit 22 großen Bildschirmen. Auf 2 Bildschirmen in der Mitte des Raumes sehen Sie immer wieder verschiedene großen Augen, die auf die unterschiedlichsten Bewohner dieser Erde aufmerksam machen sollen. Die anderen 20 Bildschirmen zeigen 4 Elemente: den Menschen, das Land, das Meer und die Luft bzw. den Himmel. Die Bilder wechseln, z.B. eine Meeresbrandung, einen Waldbrand, oder eine Schneelandschaft. Alle Bildschirme drehen sich langsam und stehen dabei immer in einem rechten Winkel zueinander. Untermalt wird das ganz von einer Art Meditationsmusik.
In der Kinderwelt in der unteren Eben des KonzernForums gibt es das "Rumfahrland", die betreute Spielecke, wo die Kinder abgegeben werden können und die Eltern einen "Pieper" bekommen, so dass sie bei Problemen jederzeit zu erreichen sind. Dann können Kinder ab 6 Jahre im Freigelände einen Führerschein machen. Es werden Geburtstagsfeiern angeboten und vieles mehr.
Im Zeithaus, das wir später noch besuchen findetm man eine Werkstatt. Dort ist anfassen erwünscht und dort sind auch die großen und die kleinen Kinder erwünscht. Außerdem werden im Mobilitätsdeck Workshops für die etwas Größeren angeboten.
Für Essen und Trinken ist gesorgt. Es gibt 6 verschiedene Gastronomiebetriebe auf dem Gelände. Vielleicht möchten Sie aber lieber in der schönen Parklandschaft ein Picknick machen. Nur denken Sie daran, der Umwelt zuliebe, den Müll gleich ordnungsgemäß beseitigen. IEs lohnt sich noch einige der Angebote im Außenbereich anzusehen, wie den Parkur für das Sicherheitstraining oder das Sparsicherheitstraining und die Strecke für eine Fahrt mit dem Tuarek.
Unser TourGuide wartet schon auf uns, er wird uns die nächsten 2 Stunden führen und viele Geheimnisse der Autostadt verraten. Bart Waermare ist Belgier und kennt sich bestens aus.
Durch eine der zur Nordseite gelegenen großen Glasflügeltüren verlassen wir das KonzernForum In der vor uns liegenden Parklandschaft befinden sich die Markenpavillions, d.h. jede Automarke, die zum VW-Konzern gehört will dem Besucher seine Individualität präsentieren. Wir halten uns links und überqueren eine der Brücken, die über die vielen kleinen Wasserläufe führen. Dieses Brücken- und Wege-System leitet einen durch das gesamte Gelände. Wir gönnen uns etwas Muße um auch die schön angelegte Parklandschaft mit den bis zu 8 m hohen Hügelketten, vielen Blumen und 170 gepflanzenten Kiefern zu genießen. Den ersten Halt machen wir beim Bentley Pavillon. Auf den ersten Blick sieht man nur ein grünes Natursteindach, teilweise mit Glas bedeckt. Alles andere scheint in einem Erdhügel versunken zu sein. Geht man hinein, führt der Weg im Dämmerlicht um eine riesige Kurbelwelle herum, die das Herzstück eines Bentley-Fahrzeugs ist, tief hinunter in den Pavillon. Sie ist in Handarbeit aus Holz gefertigt. Der Abstieg erscheint einem wie ein kleines Abenteuer, unten angekommen, wird man mit vielen Details dieses königlichen Autos belohnt. Bart erklärt uns, dass das Äußere und auch das Innere eines jeden Pavillons die Philosoph der jeweiligen Automarke wiedergeben soll. Weiter geht es zum Lamborghini-Pavillon und dann zum Dufttunnel. Wir gehen natürlich alle gemeinsam durch ihn hindurch. Es ist schon ein sehr komisches Gefühl, man hat den Eindruck, nicht die Blumen drehen sich um einen, sondern man dreht sich um die Blumen.
Weitere Besichtigungspunkte sind die Pavillons von Skoda, Seat, Audi, VW, und VW-Nutzfahrzeuge. Auch Besucher, die keine Autonarren sind kommen unbedingt auf ihre Kosten, denn die einzelnen Pavillons enthalten nicht nur Ausstellungen, die sich mit dem entsprechenden Auto beschäftigen. Im Audi-Pavillons z.B. finden Sie die Geschichte eines Paares dargestellt. Der Besucher wird in ein Traumland entführt. Es gibt ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Arbeitszimmer. In diesem Wohnzimmer befindet sich eine riesige Bücherwand, man kann sich ein Buch herausnehmen und dort gemütlich hinsetzen und lesen. Es ist also nicht nur alles zum ansehen, sondern auch zum anfassen.
Jetzt fehlt uns noch das Zeithaus. Ich finde, für jeden Besucher ein Besichtigungsmuss: Wir erleben hier eine Zeitreise durch die Entwicklung der Automobilität, 110 Jahre Autogeschichte warten auf uns. Es ist mehr als ein Automuseum, Die Autos, die hier ausgestellt sind, ob alt oder neu haben etwas besonderes zu erzählen. Architektonisch ist das Zeithaus zweigeteilt, in das dreigeschossige geschlossene Hauptgebäude, was man als Corpus bezeichnet und in das gläserne viergeschossige Rack. Diese beiden Teile sind durch Treppen und Brücken miteinander verbunden. In dem gläsernen Teil befindet sich die Autoausstellung. Ich persönlich finde die Darstellungen im als Corpus 5 bezeichneten geschlossenen Teil am tollsten. Hier wird die Geschichte der Entstehung und Entwicklung des Automobils erzählt. Sie finden dort eine alte Tankstelle, einen "Tante Emma-Laden" und viele, viele sehenswerte Details.
Kurze Zeit später bin ich noch einmal in der Autostadt gewesen und hatte das Glück mir eine im Rahmen des Festivals Movimentos stattfindende Veranstaltung anzusehen: Einer der Programmpunkt war der Bolero getanzt vom Tokio Ballett. Einfach traumhaft!
Bei diesem zweiten Besuch habe ich ausnahmsweise die Erlaubnis bekommen mir dieses alte Kraftwerk anzusehen. Normalerweise ist das nicht gestattet. Dort traf ich Jost Körfer, einen der Verantwortlichen. Er hat mir alles gezeigt, es war faszinierend: die speziellen für das Festival aufgebauten Stahlkonstruktionen für die Bühne und die Zuschauertribünen oder aber die komplizierten Treppenaufgänge zu den Sitzplätzen. Dann die Abendveranstaltung, die Wandlung dieses Kraftwerkes im Scheinwerferlicht. Der Eingangsbereich in rotes Licht getaucht, das alte Bauwerk bestückt mit elegantem Mobiliar, der teilweise losen Farbe an der Decke - in einer Fabrikhalle normal - mit Scheinwerfern angestrahlt, einfach toll, das muss man gesehen haben.
Falls Sie solch eine Veranstaltung auch einmal besuchen möchten, gibt es eine kostenlose Hotline, bei der Sie Termine erfragen und Karten bestellen können. Näheres darüber finden Sie im Internet.
Die Autostadt ist wirklich eine Reise wert
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