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Ute Lange

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Dr.  Schwaaf

von und mit Ute Lange

Dr. Schwaaf wie kommt es nun zu Haarausfall oder sogar zu eine Glatze?

Dr. Schwaaf
Die Begründung für Haarausfall liegt darin, dass mehr Haare ausgehen, als nachwachsen
Das kann bedingt sein durch Mangelzustände, durch Stresszustände, insbesondere nach operativen Eingriffen z.B. oder nach Unfällen, nach seelischen Stresszuständen durch Eisenmangel und viele, viele weitere Ursachen.
Der männliche Haarverlust ist hauptsächlich dadurch gegeben, dass das männliche Testosteron in der Haarwurzel und auch an einigen anderen Stellen im Körper, in das sog. Dihydrotestosteron umgewandelt wird.  Dieses Dihydrotestosteron ist aktiv beteiligt an der Verkleinerung des Haarfollikels an der Wachstumszone des Haares. Dadurch wird irgendwann die Haarwurzel funktionsuntüchtig und das Haar fällt aus. Greift man nicht rechtzeitig ein, wird es dazu führen, dass das Haar permanent wegbleibt und dass man die Haarwurzeln nicht wieder reaktivieren kann

Gibt es Fälle, in denen die Haare irgendwann wieder wachsen?

Dr. Schwaaf
Es gibt Fälle, da sprechen wir aber ehr von dem krankhaften Haarausfall, wenn man z.B. bedingt durch Stressfaktoren oder ähnliche Dinge einen Haarverlust erleidet oder ein sog. Allopecia areata, d.h. einen kreisrunden Haarausfall hat. Hier besteht die Möglichkeit dass die Haare kommen wieder und das sogar teilweise ohne Behandlung, wenn man z.B. die Ernährung umstellt oder die auslösenden Faktoren für diesen Haarausfall wegfallen.
Das ist bei der männlichen Glatze nicht der Fall. Die Haarwurzel degeneriert und wird funktionsunfähig. Dieser Zustand verfestigt sich dann und lässt sich irgendwann nicht mehr umkehren.

Ab wann spricht man überhaupt von krankhaftem Haarausfall?

Dr. Schwaaf
Im allgemeinen sagt man, wenn zwischen 80 und 120 Haaren pro Tag ausgehen, stellt das einen Normalzustand da. Wenn die 120 Haare, die pro Tag ausgehen, nicht nachwachsen, ist es sicherlich ein krankhafter Zustand oder zumindest ein kosmetisch störender Zustand, weil die Geheimratsecken sich vergrößern und weil das Haar auf der Kopfhaut sehr viel lichter wird. Diese Empfindungen können dann eben im subjektiven Sinne krankhaft sein. Für die Krankenkasse stellen sie allerdings keine Erkrankung da, die als Kassenleistung übernommen wird.

Gibt es Mittel, die Haare wieder wachsen lassen oder zu mindest den Prozess des Haarausfalls stoppen können.

Dr. Schwaaf
Es gibt momentan auf dem Markt 2 Mittel, ich sage das jetzt ganz persönlich, an die ich glaube. Es gibt ganz viele Mittel auf dem Markt, die von sich behaupten, dass sie das erfüllen können. Ein Wirkstoff, der ursächlich den männlichen Haarausfall bekämpfen kann, weil es die Umwandlung des Testosterons in die haarwurzelwirksame Form unterbindet ist das sog. Finasterid. Dann gibt es ein zweites Mittel, das aus der Blutdruckforschung kommt, das Minoxidil, ihm wird auch quasi als Nebenwirkung eine Haarwuchsförderung zugeschrieben. Diese Nebenwirkung wird dadurch ausgenutzt, das man das Mittel auf die Kopfhaut gibt und dadurch die Haarwurzel anregt, wieder Haare zu produzieren. Beide Medikamente gehen einen sehr unterschiedlichen Weg, eine Kombination der beiden ist möglich. Mit diesen beiden Mitteln ist es zwischen 5 und 10 Jahren möglich, den männlichen Haarausfall zu stoppen und auch Haare wieder zu gewinnen, die schon verloren geglaubt sind.

Wenn der Mann nun gar keine Haare mehr hat, könnten er dann trotzdem einen Versuch wagen?

Dr. Schwaaf
Der männliche Haarausfall ist ein langsam schleichender Prozess. Die ersten Haare, die ausgegangen sind, sind schon sehr lange weg. Damit sind die Haarwurzeln schon degeneriert und die lassen sich in der Regel nicht wieder anregen neues Haarmaterial zu produzieren. Während dagegen die Haare, die zuletzt ausgefallen sind evtl. noch wieder zu regenerieren sind.
Ein Medikament ist nicht in der Lage einen Kahlkopf wieder mit Haaren zu versehen.

Ich empfehle möglichst jungen Patienten schon anzufangen. Die jüngsten Patienten die ich mit diesen Medikamenten versorge sind 17/ 18 Jahre. Das hängt sehr davon ab, zu welchem Zeitpunkt man den Haarausfall stoppen will.
Ich sage immer, mit diesen Medikamenten kann man die genetische Veranlagung nicht stoppen, aber man kann sozusagen die Ausführung stoppen und damit erreicht man, solange man die Tabletten einnimmt, einen Stillstand des Ausfalls. Man muss nicht befürchten, dass, wenn man mit 20 Jahren mit den Tabletten anfängt und sie bis 40 nimmt, wenn man sie dann absetzt, plötzlich alle Haare verliert. Der Prozess, der mit 20 gestoppt wird, setzt dann wieder ein, wenn man mit 40 mit der Tabletteneinnahme wieder aufhört.

Wie sieht das mit der Bezahlung dieser Medikamente aus?

Dr. Schwaaf
Leider ist es so, dass die Krankenkasse das komplett aus ihrem Programm gestrichen hat. Es gibt keine Möglichkeit, diese Medikamente über die Krankenkasse zu bekommen.


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