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Ute Lange

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Grün  oder Schwarz

von und mit Ute Lange

Grüner und schwarzer Tee kommen von derselben Pflanze.
Beide enthalten Gerbstoffe, das sind komplizierte chemische Verbindungen, die einen großen Teil des hohen gesundheitlichen Wertes vom Tee ausmachen. Sie bringen die Haut dazu, sich zusammenzuziehen und beruhigen auf diese Weise nervöse Schleimhäute, lassen Wunden schneller heilen und lindern Entzündungen aller Art. Außerdem binden diese Gerbstoffe das Koffein an sich.
Die Blätter werden erst nach der Ernte unterschiedlich weiterverarbeitet. Unser Kaiser Shen Nung trank grünen Tee.
Im 4. Jahrhundert nach Christus entdeckten die Chinesen dann, dass man durch Fermentation aus grünem schwarzen Tee machen konnten.

Bei der Teeernte ist es ganz wichtig, dass die gepflückten Blätter schnell weiter verarbeitet werden. Zuerst legt man die Blätter zum Trocknen und Welken aus. Nach dem Welken sind sie weich und kommen so in die Rollmaschine, dabei tritt der Pflanzensaft aus, der sich dann mit Luftsauerstoff verbindet. Durch diesen Vorgang wird die Fermentierung erleichtert. Die Qualität des  schwarzen Tees hängt von der richtigen Fermentierung ab. Dazu kommen die Blätter in eine große Gärkammer mit feuchtwarmem Klima. Hier laufen biochemische Reaktionen ab. Die Gerbstoffe lösen sich auf und es bilden sich ätherische Öle. Dadurch entwickelt der Tee sein Aroma und bekommt eine kupfer- bis rotbraune Farbe. Zum Schluss werden die noch feuchten Blätter in Heißluftöfen getrocknet. Ist der Feuchtigkeitsgehalt auf weniger als 6 % herabgesetzt, ist der schwarze Tee fertig.

Beim grünen Tee wird die Fermentierung verhindert. Nach dem Trocknen werden die Teeblätter erhitzt, gedämpf oder aber blanchiert, dadurch zerstört man die Enzyme und verhindert auf jeden Fall eine Fermentation. Anschließend lässt man die Blätter trocknen, rollt sie zusammen und lässt sie dann nochmals nachtrocknen

Auch unsere so gesunde Tasse Tee enthält Koffein, meistens wird dieses als Teein bezeichnet. Aber im Gegensatz zum Koffein des Kaffees, wirkt das des Tees anregend und belebend, aber nicht aufregend. Das liegt daran, dass das Teein nicht über Herz und Kreislauf, sondern direkt auf das Gehirn und das Zentralnervensystem einwirkt. Die im Tee enthaltenen sonstigen Wirkstoffe bremsen die aufregende Wirkung . Er belebt langsam und die Wirkung hält dafür länger an.

Aber welchen Tee bereitet man nun wie zu?

Beim grünen Tee sind die Wirkung und der Geschmack abhängig von der Ziehzeit und auch von der Wassertemperatur. Ist das Wasser zu kalt, lösen sich die Wirkstoffe nicht ausreichend und der Tee schmeckt nach nichts.
Zu heißes Wasser macht den Tee bitter und der eigentliche Geschmack kommt nicht zum Ausdruck. Das Wasser sollte kurz aufkochen und dann bis auf ca. 80 Grad  wieder abkühlen. Während der ersten ein bis zwei Minuten des Ziehens löst sich das Koffein, erst ab der dritten Minute werden die Gerbstoffe frei. Möchten Sie wenig Koffein, können Sie zwei Aufgüsse machen. Den ersten lassen Sie knapp zwei Minuten ziehen und schütten ihn dann weg. Der zweite Aufguss sollte drei bis vier Minuten ziehen, er enthält dann kaum noch Koffein.

Der schwarze Tee ist bei der Zubereitung weniger empfindlich als der grüne Tee.  Wärmen Sie die Kanne und am besten auch die Tasse vor. Das Wasser muss kochend sein, sonst kann der Tee seine Inhaltsstoffe nicht voll entfalten. 3 bis 4 Minuten ziehen regt an, ein 5-Minunten-Tee beruhigt den Magen. Auch hier ist es so, dass sich zuerst das Koffein löst und später werden die Gerbsäuren frei.

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