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Bei gutem Wetter sieht man sie häufig am Himmel, ein wenig Wind ist allerdings erforderlich. Manchmal hört man Sie sogar.Wenn sie über einen hinwegschweben, beginnt man zu träumen. Vielleicht ist man auch ein wenig neidisch, weil man auch dort sein möchte.
Eines Morgens, vor dreieinhalb Jahrtausenden, drangen indische Soldaten in eine Missionsstation ein. Alle Geistlichen dieser Station brachte man zum Verhör in die Verließe des Palastes. Man beschuldigte sie, das Volk aufgewiegelt zu haben und Unglauben zu verbreiten. Sie wurden gefoltert und ein grausamer Tod stand ihnen bevor. Nur ein sehr junger Priester konnte der Gefangennahme entkommen. Dieser nahm all seinen Mut zusammen und bat beim Maharadscha um eine Audienz. Nach langer Zeit des Wartens und der Angst wurde er vorgelassen. Er drohte dem Maharadscha mit dem Zorn Gottes, wenn er die Gefangenen nicht frei ließe. Aber, er wurde nur ausgelacht und aus dem Palast geworfen. Zwei Tage später sah der Maharadscha einen großen, beängstigenden Drachen über seinen Garten schweben. Es war furchterregend! Am Bauch des Drachen leuchteten gespenstisch die Worte IRA DEI, was bedeutet "Zorn Gottes". Alle erschraken ganz fürchterlich und dachten ihr Ende wäre gekommen. Der Maharadscha war davon überzeugt, dass sich nun die Drohung des Priesters bewahrheiten würde. Er warf sich demütig zu Boden. Als er sein Haupt wieder zum Himmel richtete, sah er nur noch einen feurigen Ball. Die Gefangenen wurden sofort freigelassen.
Durch seine Bemühungen die anderen Geistlichen vor einem schrecklichen Tod zu bewahren, hatte dieser junge Priester durch reinen Zufall den Heißluftballon erfunden. Es sollte allerdings noch mehr als ein Jahrhundert dauern, ehe man nach vielen Überlegungen, Theorien und Versuchen bewusst zu genau diesem Ergebnis gelangte. Denn in frühen Schriften findet man immer wieder die Aussage, dass der menschliche Körper zum Leben auf der Erde geschaffen ist und nicht, wie die Vögel oder Insekten zum fliegen. Aber trotzdem haben die Menschen davon geträumt, diese körperlichen Beschränkungen zu überwinden. Zunächst allerdings nur durch eine reiche Vorstellungskraft in Mythen und Märchen. Da gibt es den fliegenden Teppich, den Besen auf dem die Hexen durch die Luft fliegen und auch den Menschen mit den Flügeln
Man versuchte immer wieder dem Vogel ähnliche Maschinen zu konstruieren. Auch Leonardo da Vinci entwarf solch einen Vogel, hatte aber keinen Erfolg. Das Problem war, das man davon ausging, dass die Maschinen immer schwerer als Luft sein müssten, eben wie ein Vogel. Heute ist das Ballonfahren ein Freizeitvergnügen, das auf viele einen ganz besonderen Reiz ausübt. Ich war immer der Ansicht, auf mich nicht. Das sollte sich jedoch ändern, davon aber später mehr. (Lesen Sie selber)
Ballonfahren ist heute nicht mehr besonders gefährlich.
Zurzeit der Gebrüder Montgolfier sah das allerdings noch etwas anders aus. Sie fanden heraus, dass warme Luft leichter ist und dadurch nach oben steigt. Aufgrund dieser Erkenntnis konstruierten sie einen großen aus Papierbahnen bestehenden Ballon, der tatsächlich auch fliegen konnte. Die Passagiere beim ersten Flug am 19. September 1783 waren ein Schaf, ein Hahn und eine Ganz. Der Flug dauerte ganze 8 Minuten. Die heiße Luft wurde durch das Verbrennen von Stroh und Schafwolle erzeugt. Hierdurch bestand jedoch immer die Gefahr, dass der Papierballon in Brand geriet.
Revolutionär war allerdings die Entdeckung, dass nicht die Gebrüder Montgolfier den ersten Heißluftballon mit Erfolg erprobten, sondern Batholomeo Laurenzo de Gusmao 1709 in Lissabon. Dieser in Brasilien geboren Priester erfand den ersten Heißluftballon, der durch die aufsteigende Kraft der erhitzten Luft in die Höhe gehoben wurde. Seine Entdeckung geriet aber ganz schnell wieder in Vergessenheit oder wurde sogar absichtlich schnell vergessen, denn die Inquisition war der Ansicht, Flugmaschinen passen nicht zum wirklichen christlichen Glauben.
Nach Bekanntwerden der gelungenen Heißluftballonfahrten der Gebrüder Montgolfier entstand regelrecht ein Fieber. Wissenschaftler, Abenteurer und Gaukler machen sich die Erfindung zu nutze. Es gab immer wieder Erfolge, aber auch Mißerfolge. Am 7. November 1836 startete Charles Green in London seinen Heißluftballon und landete wohlbehalten nach 18-stündiger Rekordfahrt und 500 zurückgelegten Kilometern in der Nähe von Frankfurt.
Ende des 19. Jahrhunderts trieb der Schwede Andreé mit seinem Heißluftballon über das ewige Eis, er kehrte nicht zurück.
Die Anhängerschar wurde immer größer. 1909 fand in Berlin ein internationales Ballonwettfahren statt. Auf seinem Weg, angefangen bei dem jungen Priester vor dreieinhalb Jahrtausenden, bis heute gibt es unzählige Erfinder, Weltenbummler, Abenteurer und Freiheitsliebende, die den Heißluftballon zu dem gemacht haben, was er heute ist.
Während so einer Ballonfahrt hat man Muße und Zeit seine Umwelt einmal genau zu betrachten. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten aus dem heutigen hektischen und geschäftigen Alltag für einen kurzen Augenblick auszubrechen. Dabei erwacht vielleicht der Mut zum Abenteuer und die Lust an der Freiheit. Was singt Reinhard Mey:
Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, bleiben darunter verborgen und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.
Auch wenn unser Heißluftballon unter den Wolken geblieben ist, habe ich ähnlich empfunden. Ich habe es nicht bereut mitgefahren zu sein und würde es auch jederzeit wieder tun. Es war ein tolles Erlebnis, dass ich bestimmt nicht so schnell vergessen werden. Vielleicht treffen wir uns einmal in einem Ballon über oder unter den Wolken.
Dazu aber noch eine Rat: sagen Sie nie Ballonfliegen, es heißt Ballonfahren. Sagt man fliegen, kann es passieren das man aussteigen muss und wer will das schon!
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