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Am Freitag, 15. Juli 2003, 15.00 Uhr klingelt bei mir das Telefon. Ich bekomme die Nachricht, dass ich heute mit einem Ballon fahren soll! Um 18.30 Uhr ist Treffen. Wenn die Windverhältnisse es erlauben, starten wir gegen 19.20 Uhr. Panik macht sich bei mir breit! Zeit zum überlegen bleibt mir nicht mehr, da ich mich sofort entscheiden muss Ich nehme all meinen Mut zusammen und sage zu. Der Tag ist allerdings gelaufen, bei der Arbeit kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, so aufgeregt bin ich.
Bei meiner Ankunft am Startplatz sind die anderen Teilnehmer schon da. Die Vorbereitungen beginnen. Alle Mitfahrer legen Hand an. Der Ballon wird ausgebreitet, der Korb aus dem Wagen ausgeladen, die 4 Propangasflaschen darin gut verstaut und festgemacht. Zum Schluss wird der Ballon am Korb befestigt. Dann erfolgt der wichtige Anruf bei der Wetterstation. Alle sind gespannt. Wie ist die Wetterprognose, können wir tatsächlich starten? Alles klar, wir werden starten, die Windverhältnisse sind im grünen Bereich. Der Ballon wird nun mit einer Windmaschine aufgeblasen und danach wird mit dem Brenner die Luft im Ballon aufgeheizt. Dabei müssen die Helfer - ich habe Glück, die 3 Herren übernehmen die meiste Arbeit – dafür sorgen, dass die Öffnung der Ballonhülle nicht in die Flammen gerät, das ist teilweise ganz schön heiß.
Wir starten! Mitgefangen, mitgehangen, es gibt kein zurück mehr! 10 Minuten später: Meine Angst ist weg, es ist phantastisch und beeindruckend, ein Erlebnis. Wenn ich nach unten schaue sehe ich eine Spielzeugwelt, kleine Autos, kleine Menschen und Tiere. Aber dennoch ist alles genau zu erkennen. Beeindruckend und beruhigen ist auch die sagenhafte Stille, die nur durch die Brennergeräusche unterbrochen wird.
Die ganze Zeit werden wir vom Verfolgerteam begleitet. Haben Sie uns aus den Augen verloren, bringt unser "Kapitän" sie per Funk wieder auf den richtigen Weg. Dann, nach ca. 1-stündiger Fahrt halten wir nach einem Landeplatz Ausschau.
Wie sich nach der Landung herausstellt, ist der gewählte Platz leider nicht optimal. Es war von oben nicht eindeutig zu erkennen, dass es ist um eine Moorwiese mit viel hohem Gestrüpp handelt. Für unsere Verfolgerfahrzeuge ist es fast nicht möglich nah an uns heranzukommen. Ein bisschen Abenteuer muss wohl sein! Die Lage wird per Funk mit dem Verfolgerteam besprochen, das Feld hinter dem nächsten Weg ist geradezu ideal für eine Landung. Wir steigen noch einmal unter Zuhilfenahme des Gasbrenners etwas auf. Der Korb schwebt über die Wiese und bewegt sich ganz langsam weiter. Die letzte Etappe dieser Strecke können wir nur mit Hilfe von Zuschauern und unseren Verfolgern zurücklegen, die den Korb langsam Stück für Stück ziehen und schieben. Ganz schön viel Abenteuer!
Dann ist es geschafft, wir dürfen aussteigen.
Es ist doch gut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Nun wird die Ballonhülle, der Korb und das gesamte Zubehör mit Hilfe aller Anwesenden schnell eingepackt. Ein Programmpunkt fehlt aber scheinbar noch: Die Ballonfahrertaufe. Wir, die Mitfahrer müssen uns auf dem Platz, wo wir den Korb verlassen haben, hinknien. Man empfiehlt mir die Brille abzunehmen, was das wohl gibt? Nacheinander wird von jedem von uns eine Haarlocke angezündet, anschließend schnell mit Sekt abgelöscht und mit Erde bestreut. Es ist eine recht feuchte Angelegenheit. Auf jeden Fall sind wir jetzt in den Adelsstand erhoben worden. Wir haben alle einen Namen bekommen. Ich bin jetzt: Luftgräfin Ute, mutige Wolkenstürmerin am Stemweder Berg
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