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Ute Lange

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Mode

von und mit Ute Lange

gesendet am: 15.09.2004

Selbst ist die Frau, auch bei der Technik!

Mode, früher und heute

Wissen Sie, was uns von den Tieren unterscheidet?
Da fällt Ihnen jetzt bestimmt eine ganze Menge ein, nicht wahr?
Ich meine aber etwas ganz bestimmtes, und zwar die Kleidung.

Ob Elefant, Löwe, Maus oder irgend ein anderes Tier, sie alle leben in ihrer unveränderbaren Haut. Das heißt, sie haben keine Modeprobleme, und sie stehen auch nicht morgens verzweifelt vor dem Spiegel bzw. an dem von der Morgensonne glitzernden See, schauen sich darin an und wissen nicht was sie anziehen sollen.

Die Welt der Mode, faszinierend, elegant, sportlich, einfach interessant.
Sein wir doch mal ehrlich, welche Frau geht nicht gerne von einer Boutique zur anderen, schaut sich die neuste Mode an, freut sich daran und manchmal erwirbt sie auch das ein oder andere besonders schöne Teil.

Seit jeher prägt die Mode das menschliche Erscheinungsbild der Gesellschaft. Die Mode muss den Menschen ansprechen, sie kann Bedürfnisse erfüllen und gleichzeitig aber auch Wünsche wecken.
Gesellschaftliche Veränderungen spiegeln sich in Kleidung, Make up und Frisuren wieder. Es heißt, dass die Röcke in wirtschaftlich blühenden Zeiten kürzer und in schlechteren Zeiten länger werden.

Vielleicht sollten wir aber erst einmal klären, was das Wort Mode überhaupt bedeutet:
Laut Lexikon versteht man darunter: "Sitte, Brauch, Geschmack, die Art sich zu kleiden, das was zurzeit gerade üblich ist.
Karl Lagerfeld hat einmal gesagt: "Der Mode entkommt man nicht. Denn auch, wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode"

Ich habe festgestellt, nicht nur die Mode selber ist interessant sondern auch die geschichtliche Entwicklung.
Man geht davon aus, dass das erste Kleidungsstück ca. 20.000 Jahre vor Christus eine um die Hüften gewickelten Schnur aus Baumbast war.

Etwas mehr trug man dann schon ca. 5.000 Jahre vor Christus in Mesopotamien. Hier bestand die Kleidung aus Fellen die über der Schulter getragen wurden. Später entwickelte sich daraus der sog. Kaunakes, das war ein Zottenrock aus großen Fellen, der mit einem Gürtel um die Taille zusammengehalten wurde.
Die Männer in Ägytpen, so 1.000 Jahre vor Christus bekleideten sich mit  einen knie- oder wadenlangen Lendenschurz.  Normalerweise unterschieden sich die Gewänder von Frauen und Männern nur durch das Material.  Aber hier bei den Ägyptern war das anders, die Frauen trugen Wickelkleider oder Perlennetzkleider.

Weiter geht es jetzt in Griechenland um 500 vor Christus, hier findet man den gegürteten Chiton aus Leinen.
Bei den Römern war das Hauptkleidungsstück die Tunika.
Die Unterschicht trug diese Tunika als Oberbekleidung. Sie bestand aus 2 Teilen, die an den Schultern und an den Seiten zusammengenäht wurden. Ursprünglich war diese Tunika knielang und besaß keine Ärmel. War es kalt, trug man mehrere übereinander.
Für die Oberschicht war die Tunika ein Unterkleid. Darüber zog man eine Toga.

Fast immer wurden solche Unterkleider getragen, die Schutz vor Schweiß und Kälte boten. Sie waren aus weißem Leinen, bei den reicheren Leuten gab es diese Unterkleider auch aus Seide.

Die Kleidung wird im laufe der Jahrtausende immer aufwendiger, anspruchsvoller und edler. Denken Sie nur einmal an Frankreich als Ludwig der 14. König war, der Sonnenkönig. Die Kleider die am Hofe getragen wurde waren oftmals richtig kleine Kunstwerke, mit Rüschen, Spitze und anderen Verzierungen.

Dieses Kapitel endete jedoch mit der französischen Revolution. Es entstand eine Vorliebe für das Schlichte und das Einfache.
Wirtschaftliche Not und soziales Elend zeigten ihre Auswirkungen häufig zuerst in der Modewelt. Die  während des 2. Weltkrieges entstandene Problematik brachte die Frauen dazu, Hose zu tragen.  Allerdings erst mit dem Capri-Schnitt in den 50er Jahren wurden Hosen für Frauen gesellschaftlich akzeptiert. Marlene Dietrich und Coco Chanel waren Vorreiterinnen auf diesem Gebiet. Sie trugen bereits in den 30iger Jahren diese Männerkleidung
Zur Zeit Napoleons legte man wieder mehr Wert auf feine edle Stoffe. Teilweise waren diese Stoffe so dünn, dass die Frauen nur fleischfarbene Trikots darunter tragen konnten.
Sie waren überhaupt nicht für die kalte Jahreszeit geeignet. Man nannte die in dieser Zeit häufig auftretenden Erkältungskrankheiten: "Musselinkrankheiten, nach dem gleichnamigen Stoff.
Zum Wärmen benutzten die Damen lange breite Kaschmirschals. Den gesellschaftlichen Stand einer Frau erkannte man an der besonderen Drapierung dieses Schals. Wichtig waren auch die langen Handschuhe.

Dann kam die große Leidenszeit der Frauen: das Korsett. Dieses Folterinstrument tauchte im Laufe der Jahre immer wieder auf,  aber dann im 20 Jahrhundert wurde es endlich abgeschafft, vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Ich bin froh, dass es das heute nicht mehr gibt. Es ist mir unverständlich, wie Frauen so etwas freiwillig anziehen konnten.

Der englische Schauspieler und Dramatiker Noel Coward hat einmal gesagt:
Frauen unterwerfen sich willig der Mode, denn sie wissen, dass die Verpackung wechseln muss, wenn der Inhalt interessant bleiben soll.

Voraussetzung für das Nähen eines Kleidungsstückes ist aber erst einmal der richtige Schnitt. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert ist das erste Mal von Kleiderschnitten die Rede.
Mit solch einem Schnitt bestimmt man die unterschiedlichen Größen eines Kleidungsstückes.
Die richtige Größe ist natürlich sehr wichtig. Was nutzt mir das tollste Kleid, wenn es nicht ordentlich sitzt.

Der italienische Filmschauspieler Marcello Mastroianni hat gesagt:
Modeschöpfer sind Männer, die das Zweitschönste auf der Welt tun: Frauen anziehen.

Aber was wäre so ein schönes Kleidungsstück ohne die vielen kleinen Details, die einem oft gar nicht recht auffallen, ohne die aber das tolle Kleid gar nicht so toll wäre.
Knöpfe gab es bereits im Mittelalter. Es wurden Materialien wie Holz, Horn, Korallen, Glas, Perlen und sogar Edelsteine dafür verwendet. Der einfache Bürger  benutzte aber ausschließlich Stoffknöpfe. Etwas merkwürdig war der Platz an dem die Knöpfe befestigt wurden. Man nähte sie  direkt auf die Stoffkante, so dass, auch wenn die Knöpfe geschlossen waren, immer ein kleiner Zwischenraum blieb.

Ein ganz wichtiger Baustein, um ein schickes Kleidungsstück herzustellen fehlt noch: Der passende Stoff. Die Auswahl an Materialien und Farben ist heute riesengroß.
Das war nicht von Anfang an so.
Erinnern Sie sich, das erste Bekleidungsstück ca. 20.000 Jahre v. Christus war aus Baumbast.

Tatsächlich waren die ersten Materialien für Körperschutz und Bekleidung aus Baumrinden, Fellen und Tierhäuten. Diese Felle und Häute wurden mit Knochen zusammengehalten. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Der nächste Schritt war dann das Gerben der Felle mit Rauch oder Urin.
Man weiß, dass das Spinnrad etwa in der ersten Hälfte des ersten Jahrhundert v. Christus in Asien entwickelt wurde. Vor dieser Erfindung drehte man den Faserstrang aus Wolle oder Baumwolle zwischen den Händen oder auf den Oberschenkeln.
Es war natürlich reine Frauenarbeit und es gab Zeiten, da wurde der Fleiß der Frau nach ihrer Spinnleistung beurteilt. In Indien konnte eine Frau aus einem Pfund Baumwolle einen Faden von 250 Meilen spinnen.

Die ersten großflächig gewebten Textilien gibt es seit der nordischen Bronzezeit.
Zurzeit der Babylonier findet man schon hoch entwickelte Webstühle, mit denen Woll-, Leinen- und Baumwollstoffe hergestellt wurden. Seidenstoffe importierte man aus China.

Grundlage des Webens war das Flechten.

1784 konstruierte ein geistlicher namens Cartwright den ersten mechanischen Webstuhl.
Der Weg bis zur heutigen maschinellen Stoffherstellung war lang und sehr schwierig, da die Anforderungen und Wünsche der Kunden ständig wuchsen und dadurch immer wieder neue Angebote auf den Markt gebracht werden mussten.
Die Herrenmode ist etwas zu kurz gekommen. Meine männlichen Leser  mögen mir das bitte verzeihen, aber die Möglichkeiten sind auch  nicht so vielfältig wie bei der Damenmode und eigentlich ist es auch mehr ein Thema der Frau. Obwohl die Männerwelt doch mittlerweile auch immer mehr Wert auf Mode legt und auch anspruchsvoller wird, oder sind wir Frauen es wohl, die die Männer immer gut angezogen haben möchten?

Merkmale eines vollendeten Gentlemen war schon seit ca. 1800 ein Anzug mit perfektem Schnitt und hochwertiger Stoffqualität. Mal mit Weste, mal ohne, mal mit stark gemusterter und farbenfroher Krawatte oder mal etwas schlichter. Im Laufe der Jahre wechselte die Hosenform immer wieder. Es gab den Gehrock, den Frack, das kurze Sakko.
Zeitweise wurde die Krawatte von einem gebundenen Halstuch abgelöst.
Aber auch eine sportliche Ausführung des Mannes ist nicht schlecht, blaue Jeans, weißes Hemd, schickes Sakko, nicht üble was.

Zum Schluss noch etwas Modegeflüster:

Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen, so die Worte von Oscar Wilde.

Die Mode bereitet der Frau Freude, den Kaufleuten Glück, dem Ehemann Kummer. So kommt jeder auf seine Kosten.
 

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