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Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst, zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für 1 Jahr reicht.
Es wird jeder Tag einzeln angerichtet aus: einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Man füge 3 gehäufte Eßl. Optimismus hinzu, einen Teil. Toleranz, 1 Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Zum Schluss wird die Masse reichlich mit Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmückt man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit und Nun sind wir beim Thema: einer guten, erquickenden Tasse Tee Dieses Rezept empfahl Katharina Elisabeth von Goethe, die Mutter unseres berühmten Dichters.
Tee ist Tradition, Kultur und manchmal auch Mode. Vor allem aber ist Tee das älteste und beliebteste Getränk der Welt. Nein, nicht Kaffee, sondern Tee. Schon Lessing sagte 1780. Ob ich morgen leben werde, weiß ich nicht. Aber dass ich, wenn ich morgen lebe, Tee trinken werde, weiß ich gewiss.
Begeben Sie sich jetzt mit mir auf eine Entdeckungsreise durch die große weite Welt des Tees. Unsere Reise geht über China, Japan, Paraguay, Afrika und auch bei den Inkas, in England und natürlich auch in Ostfriesland schauen wir kurz vorbei.
Welt weit werden in über 50 Ländern etwa 2,6 Millionen Tonnen Tee pro Jahr produziert. Der edelste Tee stammt aus Darjeling in Indien, dagegen liefert Ceylon angenehm herbe schwarze Teearten und Japan produziert größtenteils nur grünen Tee, allerdings fast ausschließlich zum Eigenbedarf. China mit der ältesten Tradition, stellt noch heute die meisten und auch raffiniertesten Teesorten her. Dort sagt man: “Wer nichts hat, hat wenigstens Tee”.
Die Überlieferung sagt, dass vor rund 5.000 Jahren der dritte gelbe Kaiser Shen Nung den Tee entdeckte.
Schon das Wort Tee stammt aus dem Chinesischen und lautet Cha. Heute gibt es dieses Wort in fast allen Sprachen der Welt. Im englischen ist es tea, im französischen té, im sonstigen asiatischen Raum Tscha und in indischen sowie arabischen Gebieten Tschau. Ursprünglich war damit allerdings nicht das Getränk, sondern die Pflanze gemeint.
Anfangs nutzte man den Tee nur als Arznei, aber nicht in Form eines Aufgusses, sondern bis ins 9. Jahrhundert gab es fast ausschließlich nur den sog. Teekuchen.
Die frisch geernteten Blätter dämpfte man wenige Minuten und ließ sie dann trocknen. Anschließend wurden sie ganz fein zerkleinert und zu einem Kuchen gepresst. Bei Bedarf kam ein Stück des Kuchens in die Suppe oder es wurde eine Brühe daraus gemacht. Noch heute gibt es in China die Teesuppe. Sie wird mit Reis gegessen und mit Ingwer, Jasmin, Salz, Nelken, Zimt oder Zwiebeln gewürzt. Das Tee trinken entdeckten die Chinesen erst viel später.
Die Verbreitung des Tees hängt eng mit dem buddhistischen Glauben zusammen. Man vermutet, dass beides zur selben Zeit aus Nordindien nach China gelangte. Der chinesische Gelehrte Gan Lu reiste nach Indien um den Buddhismus kennen zu lernen. Als er in seine Heimat zurückkehrte, soll er Teesamen mitgebracht haben, die er aus Indien heraus schmuggelte.
In Japan waren es ebenfalls die buddhistische Mönchen, die den Tee ins Land schmuggelten.
Unvergleichlich aber sicherlich Japan´s traditionsreiche Teezeremonie, die bereits aus dem 15. Jahrhundert stammt. Chanoyu wird diese Zeremonie in der westlichen Welt genannt, was nichts anderes als “heißes Wasser für Tee” bedeutet. Der amerikanische Gelehrte Edwin O. Reischauer hat diese Teezeremonie “Ein Fenster, das tief in die Seele Japans blicken läßt” genannt. Er meinte aber auch, dass sich dieses Fenster nicht leicht öffnen ließe. Bei dieser Zeremonie ist alles genau festgelegt. Jeder Handgriff hat eine symbolische Bedeutung Das Ritual soll die Harmonie mit der Natur, den Respekt für andere und die Reinheit des Geistes und der Seelenruhe miteinander vereinen. Bis man die Fähigkeiten eines Teemeisters erreicht hat, bedarf es einer langen Zeit des Lernens. Das alles ist für uns Europäer sehr schwer zu verstehen.
Holländische Seefahrer brachten im Jahre 1610 die ersten getrockneten Teeblätter nach Amsterdam. Von dort wurde der Tee nach Frankreich und Deutschland exportiert. Zunächst betrachtete man ihn auch hier als Arznei. Bei fast allen Gebrechen fand er Anwendung, man wollte sogar die Pest damit heilen. Im Laufe der Zeit wurde er zum Modegetränk, wer etwas auf sich hielt trank Tee. Erst in der Biedermeierzeit mauserte er sich zu einem Getränkt für Jedermann. Angereichert mit einem Schuss Rum wurde der Tee zum Lieblingsgetränk der Fischer von Emden bis Wittmund.
Noch heute gehört der Teekult zu Ostfriesland. Drei Tassen Tee am Tag sind Pflicht. Die Teezeiten sind: frühmorgens, vormittags gegen 11 Uhr, nachmittags gegen 15 Uhr und abends nach 20 Uhr. In England konnte man die erste Teewerbung schon am 23. September 1658 im Mercurius politicus lesen. Es wird erzählt: “Wer den englischen Kaffee getrunken hat, weiß, warum die Engländer so leidenschaftliche Teetrinker sind”. Die britischen Inseln erreichte der Tee in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Anfang interessierten sich sehr wenige für dieses Getränk.
Der Siegeszug des Tees lies sich aber in England nicht aufhalten, er wurde zum Nationalgetränk. Die englischen Mischungen enthalten meist kräftige Teesorten. Häufig wird dieser Tee nach dem CTC-Verfahren hergestellt, das heißt: er wird maschinell zermalmt, zerrissen und gerollt. Es gibt spezielle Mischungen für das Frühstück, den Fünf-Uhr-Tee und für andere Gelegenheiten.
In der Fachsprache heißen diese Teemischungen “Blended Tea” oder ganz einfach “Blend”. Es können bis zu 20 verschiedene Sorten enthalten sein, üblicher sind allerdings weniger. Jahreszeitliche Schwankungen der Ernte und Unterschiede in der Qualität lassen sich so ausgleichen. Solch eine Mischung schmeckt immer gleich, so dass ich als Kunde zu jeder Zeit meine passende Lieblingsmischung kaufen kann. Ein englisches Sprichwort sagt: “Der Weg zum Himmel führt an der Teekanne vorbei”
Wir unterscheiden heute den Teestrauch aus China und den aus Indien. Beide sind recht nahe Verwandte der Magnolie. Der chinesische Teestrauch wird bis zu 4 Meter hoch, hat schmale, zarte Blätter und verträgt Kälte. Er kann über 100 Jahre alt werden. Dagegen erinnert der Teestrauch aus der nordindischen Provinz Assam eher an einen tropischen Baum. Er kann bis zu 20 m hoch werden, seine Lebensdauer beträgt allerdings “nur” 50 Jahre.
Diese beiden Teearten wurden immer wieder miteinander gekreuzt und so entstand schließlich eine Vielzahl von unterschiedlichen Sorten, für jeden Geschmack etwas.
Chinesische Philosophen sagen: Eine Tasse Tee erfreut die Seele und macht das Leben schöner.
Klicken Sie hier und Sie lesen etwas über grünen und schwarzen Tee
Tatsächlich ist es für viele ein Ritual, wie z.B. in Japan, für andere wieder eine Stunde der Ruhe, oder ganz einfach ein Genuss. Meine eigene Teekreation schmeckt natürlich auch hervorragend. Sie können sich die unterschiedlichsteen Teesorten auch selber zusammenmischen, z.B. grünen Tee mit Früchteoder Kräutertee, probieren Sie es doch einfach mal.
Es gibt natürlich noch eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Teesorten. Einige besonders interessante möchte ich Ihnen hier noch näher beschreiben
Der echte Teeliebhaber kauft natürlich losen Tee und meidet den Teebeutel. Spitzentees gibt es allerdings nur lose zu kaufen, aber ist der Tee aus den Teebeuteln wirklich schlechter?
Es ist sicherlich eine Einstellungs- und Geschmacksache ob Sie Teebeutel verwenden. Sie bieten jedoch viele Vorteile, der Tee ist meist schneller fertig, und Sie können den Beutel überall mit hinnehmen, außerdem stimmt die Dosis immer.
Ich habe bei meinem Teestudium noch einen Vorteile der Teebeutel entdeckt, es ist kaum zu glauben: Wer in Räumen mit dem Geruch von frischer Farbe oder Kleber Probleme hat, sollte Teebeutel aufhängen. Japanische Wissenschaftler haben einem Bericht zu Folge nachgewiesen, dass das im Tee enthaltene Tanin Fromaldehyd-Ausdünstungen, die in vielen Farben und Klebern enthalten sind, bindet. In Räumen, in denen reichlich Teebeutel aufgehängt wurden, nahm die Formaldehyd-Konzentration um 60 bis 90 % ab.
Aber egal, ob losen oder Beuteltee, die richtige Aufbewahrung ist wichtig. Mann sollte nur lichtundurchlässige Dosen mit einem gut verschließbaren Deckel verwenden. Jede Sorte gehört in eine eigene Dose, denn Tee nimmt schnell andere Gerüche an. Schützen Sie ihn vor Licht, Luft und Feuchtigkeit. Bei richtiger Lagerung kann schwarzer Tee bis zu 2 Jahren und grüner Tee sogar noch länger aufbewahrt werden. Bevorzugen Sie Kräutertees sollten Sie diesen nach einem Jahr verbraucht haben.
Etwas fehlt aber noch in der heute beschriebenen faszinierenden Welt des Tees, und zwar, die Arznei- und Heiltees, auch sie haben eine lange Tradition. Die ältesten schriftlich überlieferten Teerezepte stammen aus dem 2. Jahrtausend vor Christus. Diese Tees sind nicht irgendein Getränk, es sind wirksame Arzneimittel. Ob Kamille, Fenchel, Johanniskraut, Ginseng, Kümmel oder Lavendel, jeder Tee hat seinen bestimmten Anwendungsbereich, mehr dazu hier.
Es wäre natürlich schön, wenn ich Ihre Neugierde auf eine gute Tasse Tee geweckt hätte. Machen Sie es sich doch gleich etwas gemütlich und genießen Sie einen grünen oder einen schwarzen Tee, einen Früchte- oder Kräutertee, egal was, Hauptsache er schmeckt Ihnen, denn
Wenn dir kalt ist, wird Tee dich erwärmen Wenn du erhitzt bis, wird er dich abkühlen, Wenn du bedrückt bist, wird er dich aufheitern, Wenn du erregt bist, wird er dich beruhigen
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